KASTRATION BEIM RÜDEN
Operation
Unter Kastration versteht man die operative Entfernung beider Hoden
durch einen kleinen Hautschnitt vor den Hodensäcken. Durch diesen
Eingriff wird der Rüde zeugungsunfähig gemacht.
Gründe
- Entgegenwirken von unerwünschten geschlechtsgebundenen Verhaltensweisen (wobei immer auch erzieherisch korrigiert werden muß!) = Aggression, Aufreiten, Streunen, unerwünschtes Markieren.. Der kastrierte Rüde ist ein unkomplizierterer und angenehmerer Begleiter für seine Familie.
- Entgegenwirken des Präputialkatarrhs (schleimiger, weiß bis eitriger Ausfluß aus der Vorhaut, der oft ein hygienisches Problem darstellt)
- Vorbeugung und als Therapie von Prostataerkrankungen (Vergrößerung, Entzündungen, Zysten, Tumoren)
- Vorbeugung von Folgeerkrankungen durch Hypersexualität (Depression, Gastritis, Epilepsie..) – der Sexualtrieb ist der stärkste Trieb in der Natur!
- Verhütung und als Therapie von Hodentumoren
- Verhütung von Perianaltumoren
- Nicht abgestiegene Hoden, weil das Risiko, dass daraus Tumore entstehen, sehr groß ist.
Zeitpunkt
Grundsätzlich gilt, dass der positive Effekt auf das Verhalten umso
geringer ist, je später die Operation erfolgt. Experten empfehlen 4
– 6 Monate als optimalen Zeitpunkt, da die in der Pubertät
freigesetzten Sexualhormone die unter anderem für Aggression
verantwortlichen Rezeptoren im Gehirn beeinflussen.
Im Gegensatz zur Hündin kann sich die Kastration beim männlichen
Tier auf das Skelettwachstum auswirken. Bei einer Kastration vor
Erreichen der Geschlechtsreife dauert das Knochenwachstum länger und
der Rüde wird geringfügig größer.
Wie bei der Hündin gilt, dass der operative Eingriff selbs umso
unkomplizierter verläuft, je früher kastriert wird. (Kürzere
Operationsdauer, geringere Blutungsgefahr etc)
Nachteile
Auch beim Rüden kann die Kastration zu einem gesteigerten Appetit
und einem verminderten Grundumsatz führen. Mit konsequenter und
bedachter Fütterung hat der Besitzer jedoch das Gewicht seines
Hundes gut im Griff.
Bei Spaniel- Langhaardackel- und Irish Setterrüden kann die
Fellqualität durch die Kastration in seltenen Fällen beeinflusst
werden. Die Entwicklung eines ‚Babyfells’ kommt aber weniger häufig
vor als vergleichsweise bei der Hündin.
