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KASTRATION BEI DER HÜNDIN

Unter Kastration versteht man die operative Entfernung der Eierstöcke, wobei die Gebärmutter teilweise oder ganz  entfernt wird. Durch diesen Eingriff ist die Hündin zeitlebens sexuell ruhig gestellt, sowohl Läufigkeit als auch Scheinträchtigkeit fallen damit weg.
Gründe, die für die Kastration sprechen sind einerseits die Verhinderung unerwünschter Trächtigkeiten , die Haltungserleichterung (Spaziergänge!), Verhinderung von Gebärmutterentzündungen, Mammatumoren und Tumoren an den Eierstöcken.

Seit den 60er Jahren ist bekannt, dass durch Kastration vor der ersten Läufigkeit das Risiko für die Entstehung von bösartigen Tumoren der Milchdrüsen auf 0,05 – 0,5% gesenkt werden kann. Bei der Kastration nach der 1. Läufigkeit beträgt das Risiko bereits 8%. Von allen Hündinnen, die erst nach der 2. Läufigkeit oder gar nicht kastriert werden, entwickelt jede vierte einen Mammatumor, wovon 95% bösartig sind. Das ist ein handfestes Argument für die Frühkastration vor der 1. Läufigkeit ( mit 6 -9 Monaten).
 
Als Argument gegen eine Frühkastration wird immer wieder angeführt, dass die Skelettentwicklung vorzeitig gestoppt wird, was wissenschaftliche Untersuchungen widerlegen jedoch diese verbreitete Fehlmeinung.

Auch die Vorstellung, dass frühkastrierte Hündinnen psychisch infantil bleiben ist falsch. Ein ausgeprägterer Spieltrieb und ein unkomplizierter Umgang mit Artgenossen ist jedoch meistens der Fall und auch von den Hundebesitzern erwünscht.

Wie beim Rüden gilt grundsätzlich, dass der operative Eingriff selbst bei einer Frühkastration unkomplizierter verläuft. (kürzere Operationsdauer, weniger Blutungsgefahr, kleinere Wunden, geringeres Risiko für die gefürchtete Inkontinenz etc.)
 
Die Harninkontinenz ist eine der unangenehmsten möglichen Folgeerscheinungen der Kastration der Hündin. Wobei große und schwere Hündinnen weitaus häufiger betroffen sind als Hündinnen unter 20 Kilogramm (knapp 10%). Auch sinkt das Risiko bei frühkastrierten Hündinnen (9,7%) gegenüber der Spätkastrierten (20%) an Inkontinenz zu erkranken.  Ein besonders hohes Risiko ist bei Boxern, Rottweilern, Dobermännern und Riesenschnauzern nachgewiesen.  Betroffene Hündinnen sprechen in der Regel auf Medikamente gut an, müssen allerdings zeitlebens behandelt werden.

Bei langhaarigen Hunden wie Spaniels, Irish Settern, Langhaardackeln kann es zu einem übermäßigen Wachstums des Wollhaares kommen (Babyfell). Die Erfahrung zeigt auch hier, dass das Babyfell bei frühkastrierten Hündinnen weniger häufig beobachtet wird.
 
Viele Hündinnen zeigen auch nach der Kastration einen gesteigerten Appetit bei gleichzeitig vermindertem Grundumsatz- was bei unbedachter Fütterung zu Fettleibigkeit führen kann. Grundsätzlich ist das Gewichtsmanagement aber immer in der Hand des Besitzers!!

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