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ZOONOSEN – INFEKTIONEN VON TIER AUF MENSCH ÜBERTRAGBAR

Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragbar sind. Im Moment kamen sie wieder im Zusammenhang mit der Hundekotdiskussion zur Sprache. Leider wird das Zoonoseproblem in Kierling in Form der ‚Hundstrümmerl-Initiative’ völlig falsch dargestellt. Deshalb wollen wir die Gelegenheit nützen und ein paar Dinge klarstellen.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf die in der Iniviative beschriebene, von Fachärzten?? bestätigte höchste Gesundheitsgefährdung durch Zoonosen eingehen, die schlichtweg als ‚Panikmache’ bezeichnet werden sollte…

Es wird hier ausdrücklich vor, durch Hundekot (?) verursachte, Allergien, Bandwürmern, Salmonellen, Toxoplasmen, Tollwut, FSME, Borreliose, und Tod durch Wurmbefall gewarnt.

  • Allergien: inwiefern das Führen von Hunden oder der Hundekot im Freigelände zu einem Allergieausbruch eines Betroffenen führt, sei dahingestellt. Wir bitten zu bedenken: Katzenfell- u speichel, Hausstaubmilben, Vorratsmilben, Daunen, die Vielzahl an Wiesen- u Gräserpollen etc…. An welcher Stelle da wohl der Hund im Freien steht, der nicht zwangsläufig von einem Allergiker gestreichelt werden muß…?
  • Hundebandwurm oder Echinococcus granulosus (Wirt: Hund, Katze, Fuchs): wird durch Einatmen oder Abschlucken der Bandwurmglieder übertragen, die sich im Hunde- und Katzenkot von nicht entwurmten Haustieren befinden kann. Weitaus häufiger ist allerdings die Übertragung durch den Genuss von mit Fuchskot infizierten Waldfrüchten (Heidelbeeren!). Zwischenwirte sind zumeist Rinder, Schafe und Schweine. Aber: auch unsere Haustiere werden durch Wurmbefall krank- deshalb mindestens 3-4x im Jahr entwurmen.
  • Salmonellose: Gefahr vor allem durch Verzehr und Kontakt mit kontaminierten Nahrungsmitteln (Fleisch, Milch, Eier- und vor allem der Salat, der auf der gleichen Arbeitsfläche zubereitet wird….). Nur vereinzelt durch Ausscheidung durch Tiere wie Katzen, Hunde, Vögel oder Schildkröten.
  • Toxoplasmose: Toxoplasma gondi: Infektion durch Aufnahme von infektiösen, rohen oder unzureichend zubereiteten Nahrungsmitteln (Rohmilch, Rindfleisch, Fisch und vor allem Schweine- oder Lammfleisch). Seltener als bei der Infektion der Nutztiere spielt beim Menschen der Katzenkot eine Rolle. Der Hund wird als Überträger in epidemiologischer Sicht überhaupt nicht in Betracht gezogen.
  • Tollwut: wird nur durch den Biß eines erkrankten Tieres übertragen (wichtigster Träger: der Rotfuchs oder Fledermaus) Es besteht keine Gefahr durch verschmutzte Gegenstände, die Luft oder durch Hunde- oder Katzenkot- nur der Speichel ist ansteckungsfähig! Impfung schützt!!
  • FSME: Flavivirus, Reservoirtiere sind Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Wasservögel und Fledermäuse. Eine Übertragung ist vor allem durch Zecken (Ixodes ricinus) und durch frische oder nicht pasteurisierte Milch möglich (Infizierte Rinder, Ziegen und Schafe- scheiden das Virus mit der Milch aus). Der Hund kann FSME nicht übertragen aber selber erkranken- es gibt allerdings keine Impfung, deshalb ist Zeckenschutz unbedingt erforderlich!!
  • Lyme-Borreliose: Als wichtigstes Erregerreservoir gelten wildlebende Nager, Igel, Reh- und Rotwild. Überträger ist wieder einmal die Zecke (vor allem der gemeine Holzbock), aber auch Fliegen, Bremsen und Gelsen sind fraglich. Auch der Hund kann, wie der Mensch, schwer an Borreliose erkranken, die Erkrankung wird immer häufiger – deshalb wiederum unbedingter Zeckenschutz und gegen Borreliose impfen lassen- der Hund ist Opfer und nicht Täter!!
  • Tod durch Wurmbefall:  da ist wahrscheinlich der Spulwurm oder Toxocara canis gemeint, der tatsächlich recht verbreitet ist, es ist allerdings in unseren Breiten höchst unwahrscheinlich, dass es zu derart starkem Befall kommt. Magen-Darmstörungen sind die häufigsten Probleme. Die Infektion erfolgt durch orale Aufnahme der Spulwurmeier- dabei ist zu beachten, dass nur junge bis maximal 6 Monate alte Tiere als Eiausscheider anzusehen sind. Die. Wieder gilt hier die regelmäßige Entwurmung (vor allem Welpen)!!

Da  diese Initiative leider nicht nur auf die Beseitigung des Hundekots abzielt sondern auch den Antrag auf ein Verbot der Hundeführung entlang der von Straßen getrennten Fußwegen, öffentlichen Anlagen, Wiesen und Weingärten basierend auf der Möglichkeit der Übertragung von Krankheiten stellt, müssen wir dringend von der Unterzeichnung der Unterschriftenliste abraten!!

Trotz allem hoffen wir auf ein harmonisches Zusammenleben von Hundebesitzern und Nicht-Hundebesitzern und plädieren für gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse von beiden Seiten!

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