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GIARDIOSE BEIM HUND

Aufgrund der sich häufenden Fällen von Giardiose in unserer Praxis wollen wir diesen Artikel diesmal diesen Einzellern widmen. Giardien sind weltweit verbreitete Darmparasiten, die unter anderem bei Hund und Katze, aber auch beim Menschen vorkommen.

Giardiose gehört zu den sogenannten ‚Zoonosen’, das heisst, dass eine Infektion vom Tier auf den Menschen und umgekehrt erfolgen kann. Giardien sind die zweithäufigsten Magen-Darm-Parasiten bei Hunden und treten auch unter guten Haltungsbedingungen bei ca 10 % der erwachsenen Hunde auf. Bei Welpen und Junghunden können sogar bis zu 70 % der Tiere infiziert sein. Die Infektion erfolgt über infektiösen Kot, der das sehr widerstandsfähige Fortpflanzungsstadium der Giardien (Zysten) enthält.

Dabei ist zu beachten, dass sich der Mensch auch über Trinkwasser oder kontaminierte Nahrungsmittel anstecken kann. Eine manifeste Erkrankung beim Hund wird durch mehrere Faktoren begünstigt; wie z.B. ein noch nicht entwickeltes Immunsystem bei Jungtieren oder ein geschwächtes bei erwachsenen Hunden. Ein starker Befall zeigt sich oft in plötzlich einsetzendem, hartnäckigem Durchfall, der schleimig, gelegentlich blutig und übel riechend sein kann. Auch ein chronisches Krankheitsstadium, welches über Wochen und Monate immer wiederkehrende Durchfälle verursacht, kann vorkommen.

Schlechte Nahrungsverwertung, Gewichtsverlust und Kümmern sind die Folge. Begünstigt wird das chronische Stadium durch Reinfektionen durch Zysten, die 4 bis 5 Wochen lang ausgeschieden werden und mindestens 3 Wochen in der Umgebung infektiös bleiben. Erwachsene Hunde zeigen seltener Krankheitssymptome, sie können jedoch als so genannte Dauerausscheider andere Hunde, Katzen und auch Menschen anstecken.

Um sich selbst und den geliebten Vierbeiner zu schützen, sollte man folgende Maßnahmen ergreifen: darauf achten, dass Wasser und Futter nie mit Kot beschmutzt werden, Areale in Ausläufen trocken halten und befestigen, Boxen und Zwinger regelmäßig mit Dampfstrahlgeräten reinigen und gut trocknen lassen und vor allem für eine regelmäßige Kotuntersuchung und Behandlung aller Hunde gegen Giardiose sorgen, weil eine bestehende Infektion nicht immer erkennbar ist. Das gilt vor allem für Haushalte, in denen mehrere Hunde zusammen leben.

Eine effektive Behandlung der Giardiose kann sich recht schwierig gestalten. Nur eine mehrtägige Medikation bringt gute Erfolge. Erwachsene Hunde sollten im Idealfall 3 – 4x im Jahr entwurmt werden (z.B. mit Panacur Pet-Paste oder Tabletten).

Generell gilt, dass bei häufiger wechselnder Kotkonsistenz (breiig etc.) eine parasitologische Kotuntersuchung unbedingt ins Auge gefasst werden sollte. Auf diese Art und Weise können Sie das Risiko einer Erkrankung an Giardiose für sich und Ihre Haustiere minimieren.

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