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Giftige Lebensmittel für Hunde

In der Praxis sind wir oft mit der Frage, welche Nahrungsmittel sind für Hunde giftig, konfrontiert. Einige der  nun  angeführten Lebensmittel sind bekannter und einige rufen Erstaunen hervor.

Schon eine mittelgroße Zwiebel kann einen kleinen Hund ernsthaft schädigen
Durchfall und Erbrechen, später folgen Anämie (Blutarmut, blasse Schleimhäute), Anorexie (Verweigerung von Wasser und Futter) und Beschleunigung von Herzschlag und Atemfrequenz.

Bei einer Aufnahme größerer Mengen von Knoblauch, aber auch bei einer regelmäßigen Fütterung kleiner Mengen führt dieser Inhaltsstoff zu lebensbedrohlicher Anämie (Blutarmut).

Eine Vergiftung mit Avocados endet meist tödlich. Herzmuskelschäden, Atemnot, Husten und Bauchwassersucht.

Kakao und alle kakaohaltigen Nahrungsmittel (auch Schokolade) rufen Durchfall, Erbrechen, Zittern, Krämpfe, Lähmungen, Bewusstseinsstörung hervor und können auch tödlich enden. Zwei Stückchen Zartbitterschokolade können für einen Chihuahua bereits tödlich sein.

Bei zerhackten, zerbissenen Kernen von Kirsche, Zwetschke, Marille, tritt Blausäure aus, die zu  speicheln, erbrechen, Durchfall, Fieber, Atemnot, Krämpfen bis hin zum Tod führt.

Meine besondere Warnung gilt Rosinen und Weintrauben, die gerne als Leckereien und somit als harmlos eingestuft werden. Wir waren erst vor kurzem mit einem Malteser, welcher eine ganze Packung Rosinen gestohlen und gefressen hatte, beschäftigt. (Hunde lieben Rosinen….sind so süß!) Kaum jemand weiß, dass die Aufnahme von Weintrauben/Rosinen für einen Hund TÖDLICH sein kann und zwar sehr schnell.

Unabhängig voneinander warnen das amerikanische Animal Poisons Control Center (ASPCA) und das britische Institut Veterinary Poisons Information vor Weintrauben. Auffällig oft haben Hunde nach dem Verzehr von Weintrauben schwere Symptome von Vergiftung gezeigt: Magenkrämpfe, Erbrechen und Durchfall. In einigen Fällen trat sogar Nierenversagen auf. Die Tierärzte der Institute vermuten, dass Rosinen sogar noch gefährlicher für Hunde sein können, da sie den giftigen Stoff konzentrierter enthalten.

Bei Verdacht auf Aufnahme von Weintrauben oder Rosinen sollten Sie mit Ihrem Hund schnellst möglich zu einem Tierarzt gehen, um den Hund erbrechen zu lassen und auf diesem Wege das Gift zu eliminieren. Sollte dies zu spät sein muss versucht werden das Gift im Darm mit Aktivkohle zu binden und so einer Vergiftung vorzubeugen. Bei schweren Vergiftungssymptomen muss der Hund vom Tierarzt stationär aufgenommen und mindestens 48 Stunden lang unter Kontrolle der Blutwerte mit Infusionen versorgt werden.

Die amerikanischen Forscher schätzen, dass umgerechnet 11,6 Gramm (g) Trauben pro Kilogramm (kg) Körpergewicht des Hundes zu Vergiftungserscheinungen führen können (also bei einem 20 kg schweren Hund rund 232 g Trauben). Das ist nicht wirklich viel!!!
Hunde nicht erst auf den Geschmack zu bringen!

Im Zweifelsfall fragen sie gleich nach Aufnahme von fraglichen Stoffen ihren Tierarzt.

Mit freundlichen Grüßen
 
MMAg. Susanna Stoll-Weber
Tierambulanz Kierling